Kollaboration: Bundeswehr setzt auf internationale Zusammenarbeit

Wo ist eine gute Zusammenarbeit wichtiger als bei internationalen Streitkräften? Um auch zukünftig eine gute Kooperation zu gewährleisten, setzt die Bundeswehr auf ein modernes Kollaboration-Tool. Aktuell baut die BWI für die Bundeswehr eine neue Plattform auf, mit der sich zunächst die deutschen und niederländischen Streitkräfte austauschen und Daten teilen können – unter strengen Sicherheitsauflagen. 2021 soll die Lösung dann auch international ausgeweitet werden.

Ob Social Collaboration, E- oder Smart Collaboration: Gemeint ist immer dasselbe. Menschen sollen mithilfe des Internets und elektronischer Medien besser und einfacher zusammenarbeiten. Viele Tools ähneln den Plattformen sozialer Netzwerke, in denen Gruppen gebildet, Dokumente, Bilder und Aufträge geteilt werden und gemeinsam an einem Projekt gearbeitet wird. Statt unzähliger E-Mails, unübersichtlichen Tabellen oder Wiki-Einträgen finden Mitarbeiter alle Informationen an einer Stelle und können sich schnell untereinander austauschen.

Als zentraler IT-Dienstleister der Bundeswehr betreibt die BWI auch Collaboration-Tools für die Bundeswehr. Bislang nutzen die Angehörigen der Bundeswehr Lösungen für das Dokumentenmanagement, Wikis und Web-Konferenzen vor allem für die interne Zusammenarbeit. Zukünftig soll über ein zentrales Extranet auch die Möglichkeit geschaffen werden, dass die Bundeswehr solche Tools auch in der internationalen Zusammenarbeit mt Partnern nutzen kann. Die eigentliche Herausforderung hierbei liegt bei den extrem hohen Sicherheitsanforderungen, die eine solche Lösung zu erfüllen hat.

Bis 2021 wird die BWI das System unter dem Projektnamen „Connecting restricted IT-Services“ (CrIS) aufbauen, damit die Bundeswehr mit Streitkräften anderer Nationen besser kooperieren kann.

Deutschland und Niederlande bereits eng vernetzt

Den Start machen Deutschland und die Niederlande: Seit Jahren haben die beiden Nationen gemeinsame militärische Strukturen, unter anderem die 1. Panzerdivision, das Deutsch-Niederländische Korps oder die Division Schnelle Kräfte. Gemeinsam stemmen sie viele Projekte und kooperieren bei der Offiziersausbildung und Doktrinentwicklung. Außerdem tauschen sie sich regelmäßig über Waffensysteme aus und führen gemeinsame Übungen durch.

Um die Zusammenarbeit mithilfe der Digitalisierung zu erleichtern, hat die BWI in einem ersten Schritt eine verschlüsselte Verbindung zwischen den IT-Systemen von Bundeswehr und den niederländischen Streitkräften hergestellt. Technisch erfolgt das über die DMZ (Demilitarisierte Zone), also den gesicherten Internet-Übergang, den die BWI für die Bundeswehr in ihren Rechenzentren betreibt. Über diese Verbindung läuft der Mailverkehr zwischen den niederländischen und deutschen Streitkräften. Aktuell baut die BWI eine Plattform für die dokumentenbasierte Kollaboration auf, die die besonderen Anforderungen des Geheimschutzes berücksichtigt.

Internationales Kollaborationssystem steht in den Startlöchern

Zunächst sollen nur zwei User-Gruppen mit insgesamt rund 2.000 Anwendern die neue Plattform nutzen – so lässt sie sich zügig und kostengünstig realisieren. Bis zum dritten Quartal 2020 soll das System fertig sein. Aufbauend auf den Erfahrungen aus dieser Pilotlösung baut die BWI anschließend ein multinationales Extranet auf. Geplanter Go-live ist 2021. Die deutsch-niederländische Kollaborationsplattform wird dort integriert, gleichzeitig können auch andere militärisch Verbündete und Nutzergruppen darauf zugreifen und unter höchsten Sicherheitsauflagen zusammenarbeiten.

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Titelfoto: © ipopba/iStock