IT-Karriere: Von der Administratorin zur Führungskraft

Schon als Teenager bastelte Julia Langenberg zusammen mit ihrem Vater an Computern. Die Faszination für die IT blieb. Nach einem Studium der Wirtschaftsinformatik arbeitet sie heute als Abteilungsleiterin bei einem der größten IT-Dienstleister Deutschlands.

Bereits als Schülerin bastelte Julia Langenberg zusammen mit ihrem Vater im Keller an Computern. Einen PC im Elektronikmarkt kaufen? Nie im Leben. „Seit damals fasziniert mich alles was logisch und erklärbar ist“, sagt die heute 29-Jährige. Konsequenterweise hatten alle ihre Lieblingsfächer etwas mit Zahlen zu tun – Informatik, Mathematik und Physik.

Eng verknüpft: Theorie und Praxis

Nach dem Abitur sollte es dann ein Wirtschaftsinformatik-Studium beim IT-Riesen IBM und der Dualen Hochschule in Mannheim sein. Der große Vorteil: dreimonatige Theorie- und Praxisphasen, die sich abwechselten. „In den verschiedenen Unternehmensbereichen erkannte ich schnell, was mir besonders lag – oder auch nicht“, so Langenberg. „Außerdem stellte ich mich breiter auf, als ich es mit reiner Informatik gekonnt hätte und belegte zum Beispiel auch Personalführungskurse.“

„Meine Kollegen schlugen mich als Teamleiterin vor.“

Anschließend begann sie zunächst als Systemadministratorin eine fachliche Karriere bei BWI, dem IT-Dienstleister von Bundeswehr und Bund. Nach drei Jahren wechselte sie aus der SAP-Basisadministration ins Implementation Management, wurde dort nach einiger Zeit Teamleiterin. „Von der Kollegin zur Teamleiterin, das kann schon mal zu Spannungen führen“, erzählte sie. „Mich haben jedoch sogar einige meiner ausschließlich männlichen Kollegen für die Position vorgeschlagen. Das war eine tolle Unterstützung.“ Mit der Zeit wurde ihr klar: Der technische Background war ihr zwar wichtig, jedoch wollte sie noch mehr mit Menschen arbeiten.

Arbeitgeber förderte Karriere

Zugute kam ihr, dass die BWI genau das unterstützte. Nach einem internen Assessment Center, bei dem sie und ihr Verhalten genau beobachtet und ihre Soft Skills überprüft wurden, war das Management überzeugt: „Die ist geeignet als Führungskraft.“ Langenberg wechselte vom fachlichen Karrierepfad in die Personalführung. Seit 2016 untersteht ihr die Abteilung Storage/Backup/Network und damit drei Teamleiter sowie ein insgesamt 26-köpfiges Team. Auch hier kommt ihr das Know-how aus der Informatik zugute, weil sie so Erfahrungen und Bedürfnisse der Mitarbeiter besser bewerten kann.

„Skepsis tritt man am besten mit Kompetenz und Fachwissen entgegen.“

Als junge Frau in einer Männerdomäne nicht nur Fuß fassen, sondern auch Karriere machen – eine besondere Herausforderung? „Es gab natürlich immer wieder vor allem ältere, männliche Kollegen, die mir gegenüber skeptisch waren. Denen tritt man am besten mit Kompetenz und Fachwissen entgegen. Dann entwickelt sich ganz schnell der Respekt“, sagt Langenberg selbstbewusst.

Beim Programmieren kreativ ausleben

Für diejenigen, die sich noch für ein Studium oder einen Beruf entscheiden müssen, hat Langenberg eine klare Empfehlung. „Für IT braucht man natürlich ein gewisses Verständnis für Zahlen und Logik. Doch gerade Wirtschaftsinformatik bietet eine unglaubliche Bandbreite an Aufgaben. Und wer glaubt, dass Programmieren sehr trocken ist, irrt. Gerade hier kann man seiner Kreativität oft freien Lauf lassen“. Darüber hinaus punkte auch der Sicherheitsaspekt der Fachrichtung. „Im Bereich IT muss man sich keine Sorgen um einen Job machen.“

Titelfoto: (c) BWI

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