IT-Karriere: Vom Schlosser zum Abteilungsleiter

Heiko Maneth war von Anfang an dabei, als aus der Kooperation zwischen IBM, Siemens und der Bundeswehr ein neues Unternehmen entstand: die BWI. Maneths Aufgabe war es, Prozesse zu modellieren und auszurollen. Dabei steuerte der heutige Leiter für Enterprise Service Management Prozesse eigentlich eine ganz andere berufliche Laufbahn an …

Seine ersten Schritte im Berufsleben ging Heiko Maneth als Schlosser. „Das war ein guter Start ins Berufsleben. Ich rate auch heute noch jungen Talenten, zunächst ein Handwerk zu lernen. Die praktische Arbeit erweitert den Horizont, man lernt, wie man die Arbeit organisiert – und ist auch später auf Augenhöhe mit den erfahrenen Kollegen im Betrieb.“

Nach der Ausbildung absolvierte Maneth Ende der achtziger Jahre ein Maschinenbaustudium mit Schwerpunkt Arbeitsorganisation an der TU „Otto von Guericke“ in Magdeburg. Während des Studiums machte er ein Praktikum bei Siemens, wo er nach Studienende 1993 direkt einsteigen konnte – allerdings nicht als Maschinenbauer, sondern in der IT im Bereich „Siemens Corporate Network“ (SCN). Sein Zuständigkeitsbereich: IT Service Management. Damals wusste er nur rudimentär, was das eigentlich ist; Erfahrungen mit dem Thema hatte er nicht. „Gute Mentoren arbeiteten mich intensiv ein, sodass ich von der Pike auf alles lernte, was ich wissen musste. Dort traf ich auch richtig gute Führungskräfte. Das hat mich für mein weiteres Berufsleben geprägt“, sagt Maneth. Das Netzwerk, das er damals geknüpft hatte, gibt es heute noch.

In seiner Zeit bei Siemens wurde er zum ITIL-Experten (Information Technology Infrastructure Library) und entwarf standardisierte Prozesse für das IT Service Management. So kam es schließlich, dass einer seiner Mentoren ihn fragte, ob er nicht mit ihm zusammen zur BWI gehen und dort die erforderlichen Geschäftsprozesse schaffen wolle. Maneth wollte – und leitet inzwischen den Bereich Enterprise Service Management Prozesse.

Gemeinsam zur BWI

„Es reizte mich sehr, das Thema IT Service Management auf der Basis von ITIL in einem neu zusammengeführten Unternehmen aufzubauen“, so Maneth. „Mein Auftrag war es, tragfähige IT-Service-Prozesse zu entwickeln, einzuführen und kontinuierlich zu verbessern. Nur so konnten wir als BWI ganzheitlich, prozessorientiert und wirtschaftlich unsere Services gegenüber der Bundeswehr erbringen. Zunächst ging es um ganz grundsätzliche Fragen: Welche Prozesse müssen zuerst laufen, wenn das IT-System der Bundeswehr übernommen werden soll? Welche müssen neu designet werden? Wer partizipiert von diesen Prozessen? Wie lassen sie sich am schnellsten und besten ausrollen?“, erklärt Maneth.

Dabei war es erforderlich, alle Aktivitäten und Themen, die das IT Service Management beeinflussen, zu kanalisieren, zu koordinieren und zu strukturieren. Außerdem musste das Team von Heiko Maneth die jeweiligen Bereiche und Abteilungen des Unternehmens involvieren. Bei Projektende hatte das Team aus prozessualer Sicht alle wesentlichen Voraussetzungen geschaffen, um in einer effizienten und effektiven Ablauforganisation die vereinbarten IT-Services des BWI-Portfolios gegenüber dem Kunden zu erbringen.

Viele dieser Prozesse sind heute eine Selbstverständlichkeit bei der BWI. Auch wenn sich der Markt, die Services und die Technologie stetig weiterentwickeln, geben definierte Prozesse dem Unternehmen Stabilität und Kontinuität.

Das neue IT SERVICE TABLET

IT Service Management ist aber mehr als „nur“ Prozesse zu beherrschen. Kurze Produktlebenszyklen und steigende Anforderungen an Sicherheit und Wirtschaftlichkeit verändern kontinuierlich das Portfolio. Deshalb muss auch das IT Service Management regelmäßig an die neuen Anforderungen angepasst werden. Maneth entwickelte daher mit seinem Team eine standardisierte und einheitliche Methode: das IT SERVICE TABLET. Das stellt sicher, dass IT-Services vollumfänglich definiert und übergreifend über ihren gesamten Lifecycle verwaltet, kontrolliert, bewertet, gesteuert und weiterentwickelt werden.

„Grob gesagt besteht ein IT-Service aus sieben Bausteinen: Organisation, Prozesse, Managementsystem, Technologie, Reporting, Finanzen und Wissen. All das muss man im Blick haben, wenn man neue Services entwickelt oder bestehende verbessert“, erklärt Maneth. Egal, wie komplex die Anforderungen sind: Mit dieser standardisierten Methode behalten Verantwortliche den Überblick über die IT-Service-Strukturen. Sie wissen, welche Organisationseinheiten davon beeinflusst werden, kennen die technische Architektur und behalten das Budget im Blick.

„Das Gute an IT Service Management ist: Es steht nie still. Unternehmen und Geschäftsmodelle ändern sich schnell – heute mehr denn je. Die Integration agiler Arbeitsweisen, aber auch technologische Aspekte aus dem Cloud-Umfeld setzen dabei neue Akzente. Das macht den Job so spannend und herausfordernd“, sagt Maneth.

Seiner Begeisterung und seinem Engagement für IT Service Management hat er es auch zu verdanken, dass er im April 2018 in den Vorstand des itSMF Deutschland e.V. (IT-Service-Management-Forum) gewählt wurde. In dieser ehrenamtlichen Funktion haben sich Maneth und seine Vorstandskollegen zum Ziel gesetzt, das itSMF Deutschland e.V. als anerkannten und zuverlässigen Partner sowie Förderer der Digitalisierung in Deutschland im Kontext des IT Service Managements zu entwickeln.

Beim itSMF Deutschland e.V. wie auch bei der BWI ist Maneth die persönliche Verbindung zu seinen Kollegen und Mitarbeitern wichtig. „Von vielen guten Führungskräften in meiner Laufbahn habe ich gelernt, dass man die besten Leistungen erzielt, wenn der Chef einem vertraut. Gute Mitarbeiter brauchen Freiraum und eine gewisse Entscheidungshoheit – in einem stabilen Rahmen. Das versuche ich ihnen zu geben“, sagt Maneth.

Foto: © BWI

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