Dorothee Bär: "Es gibt nichts Wichtigeres als Digitalisierung."

Wohin will Dorothee Bär mit der Digitalisierung der Verwaltung? In ihrer Keynote auf dem 6. Zukunftskongress Staat & Verwaltung findet die Digitalministerin klare Worte für den Weg zu einer modernen Verwaltung.

„Es gibt nichts Wichtigeres als Digitalisierung.“ Mit diesen Worten eröffnete die Digitalministerin Dorothee Bär ihre Keynote auf dem 6. Zukunftskongress am 20. Juni in Berlin. „Vor allem aber soll die Digitalisierung den Bürgern Mehrwerte bieten.“ Die Warteschlangen im Amt fallen weg, ebenso die altbekannten Aktenordner voller Papier. Online-Behördengänge sollen bald genauso einfach sein wie bereits heute das Online-Shopping. Ob elektronischer Personalausweis und Gesundheitskarte oder Kindergeld und Unternehmensgründung per Onlineantrag – Dorothee Bär benennt dafür viele Services.

Kommunen als Basis stärken

Für die Digitalministerin ist es extrem wichtig, dass die Kommunen mitgenommen werden, weil sie die ersten Anlaufstellen für Bürger sind. Sie sagt, dass Bürgermeister, Landräte und Bürgerverwaltungen die Botschafter sind, um die „digitale Segnung“ zu verbreiten. Damit es zu dieser Segnung komme, müsse man aber noch einiges tun. Damit knüpft sie an ihre erste öffentliche Rede als Staatsministerin für Digitales an. Man müsse Abteilungen aufbrechen, Digitalisierungsbeauftragte einsetzen und die Verwaltung von Grund auf neu denken. In der elektronischen Verwaltung gäbe es heute schon viele gute Angebote, aber es fehle der einheitliche Zugang, die Vernetzung und das flächendeckende Angebot.

Im Kabinett sind die Zeiten der Aktenorder vorbei

Dorothee Bär, die seit 16 Jahren in unterschiedlichen Zuständigkeiten im Bundestag arbeitet, vermisst trotz all ihrer Bemühungen ein „allgemeines positives Aufbruchsgefühl“. Das soll sich noch in dieser Legislaturperiode ändern. In den Kabinettssitzungen beispielsweise läuft heute bereits viel über Tablets. Ob Terminmanagement oder automatische Änderungen von Sitzungspunkten – ausgedruckte Faxe und Papierberge gehören der Vergangenheit an. Auch handle man mit dem Portalverbund „mal nicht Deutsch.“ Man arbeite eben einmal nicht auf 110 Prozent hin, sondern versuche 80 Prozent. So geht eine Betaversion der Plattform mit Pilotlösungen im Sommer online. Länder und Kommen sind eingeladen, sich aktiv an der Weiterentwicklung zu beteiligen.

Ohne gute Qualifizierung keine gute Digitalisierung

Um die Digitalisierung mit gut ausgebildetem Personal stemmen zu können, müssen laut Bär Schlüsselkompetenzen bereits in der Schule vermittelt werden. Der Digitalpakt Schule von Bund und Ländern wurde gerade im Juni beschlossen. Bundeshilfen sollen Schulen unterstützen, ihre digitale Infrastruktur flächendeckend weiterzuentwickeln. Dazu gehören Breitbandanschluss, moderne Technik oder IT-Lehrkräfte, die nicht unbedingt immer im Staatsdienst stehen müssen, um IT-Workshops anzubieten.

Die Keynote von Dorothee Bär war eines der Highlights des Zukunftskongresses. Auch die Digitalstaatssekretäre der wichtigsten Bundesressorts fanden sich auf dem Podium ein und sprachen über das Digitalprogramm der Bundesregierung. Das Berliner Congress Center am Alexanderplatz bot viel Raum für die knapp 200 Vorträge und Expertengespräche mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Der Termin für den 7. Zukunftskongress Staat und Verwaltung steht schon fest. Vom 27. bis 29. Mai 2019 trifft sich der Public Sector wieder zur Leitveranstaltung für digitalen Wandel.

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Fotos: © BWI

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