Diese sechs IT-Trends bestimmen das Jahr 2019

Gartner, Forrester, IDC: Internationale Marktforscher bewerten jedes Jahr, welche Technologien die kommenden Monate bestimmen werden – und das Potenzial haben, Wirtschaft und Gesellschaft zu verändern. Wir haben die Analysen verdichtet und die wichtigsten Trends für 2019 zusammengefasst.

1. Quantum Computing

Klassische Computer geraten physikalisch zunehmend an ihre Grenzen. Deshalb forschen Wissenschaftler schon seit Jahren an einer neuen Möglichkeit: dem Quantum Computing. Die Technologie könnte in Zukunft viele Probleme der Informatik lösen – besonders im Hinblick auf IT-Security. Der Austausch von Quantenschlüsseln erlaubt eine mathematisch nachweislich abhörsichere Kommunikation und damit ein prinzipiell höheres Sicherheitsniveau.

Anstelle von Bits nutzen Quantencomputer sogenannte Qubits, die den Quantenzustand von physikalischen Objekten erfassen. Neben den Werten 0 und 1 können sie alle denkbaren Mischungen der beiden Zustände annehmen. Außerdem lassen sie sich mittels Quantenverschränkung miteinander verbinden. Das Rechnen mit quantenmechanischen Effekten könnte die Parallelisierung von IT-Jobs extrem beschleunigen.

2. Augmented Analytics

Data Scientists kämpfen häufig mit enormen Datenmengen, aufwändigen und langwierigen Datensammlungen und natürlich damit, die Ergebnisse anschließend auszuwerten – was häufig viele verschiedene Interpretationen zulässt. Marktforscher glauben deshalb: Augmented Analytics ist die Zukunft der Datenanalyse.

Analysetools, die Technologien wie Virtual Reality, künstliche Intelligenz und Echtzeitanalyse nutzen, untersuchen selbstständig Datensätze, entwickeln Hypothesen, machen Muster in Daten ausfindig und übertragen die Ergebnisse in konkrete Handlungsempfehlungen. Sie sollen besonders in kleinen und mittelständischen Unternehmen Datenanalyse-Projekte oder einen Data Scientist langfristig ersetzen und Budget und Mitarbeiter entlasten. Bis 2020 sollen bereits mehr als 40 Prozent der datenwissenschaftlichen Aufgaben automatisiert sein.

3. Digital Ecosystems

An alten Geschäftsmodellen festzuhalten, kann für Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung gefährlich werden. Ein innovativer Ansatz sind digitale Ökosysteme, wie sie beispielsweise durch IoT-Plattformen entstehen. Fertigungsunternehmen können darüber etwa mit Geschäftspartnern anhand eines digitalen Zwillings ihres Produkts in Echtzeit zusammenarbeiten. Dienstleister mit komplexen Service-Netzwerken erfüllen leichter die Wünsche ihrer Kunden.

Digitale Ökosysteme denken die Plattformökonomie weiter, die Unternehmen wie Apple, Airbnb, Uber und Co. bekannt gemacht haben. In Deutschland hat sich das Modell eher zögerlich entwickelt. Bislang gibt es hierzulande kaum international relevante Plattformunternehmen.

4. AI-Driven Development

Mit Tools für die KI-gestützte Entwicklung lassen sich Anwendungen nicht nur einfacher und schneller entwickeln, sie ermöglichen auch Nicht-Profis die automatische Entwicklung von Lösungen. Mit ausgereiften AI-gesteuerten Entwicklungsumgebungen können KI-Funktionen und -Modelle in eine Anwendung eingebunden werden, ohne auf die Expertise eines Data Scientist angewiesen zu sein. Bis 2022 soll sich die Anzahl der „virtuellen Entwickler“ stark erhöhen.

Dieser Trend zeigt sich auch im Markt: Immer weniger Entwickler werden künftig noch auf die Unterstützung eines Data Scientist zurückgreifen. Mit vordefinierten Modellen lässt sich dagegen unabhängig und effizient arbeiten. Wichtig ist der Trend auch deshalb, weil die Nachfrage nach Daten- und Programmierexperten stark ansteigt und der Fachkräftemangel zu einem ernsten Problem wird.

5. Digital Ethics and Privacy

Die Bevölkerung ist zunehmend besorgt darüber, wie personenbezogene Daten beispielsweise von Unternehmen verwendet werden. Diskussionen über den Datenschutz stützen sich zumeist auf das breitere Thema der digitalen Ethik. Aber warum sind ethische Fragen so relevant?

Beispiel Blockchain: Mit der Technologie lassen sich sensible Daten anonym und gleichzeitig transparent dezentral übermitteln. Rechtsansprüche, Verträge etwa, lassen sich darüber abbilden. Theoretisch könnten Anwender damit demokratisch legitimierte Kontrollinstanzen umgehen – etwa Zentralbanken. Was also ist für die Gesellschaft wichtiger: Transparenz und Anonymität oder rechtstaatliche Absicherung? Die Ethik bietet eine Orientierung: Sie hilft dabei, eine zunehmend vernetzte Welt gerecht und freiheitsfördernd zu gestalten.

6. Biohacking

Laut US-Marktforscher Gartner bricht gerade eine „transhumane“ Ära an. Technische Implantate erweitern die Möglichkeiten des menschlichen Körpers (Technology Augmentation). Eng verwandt ist der Bereich mit dem sogenannten „Grinder Biohacking“: Als Grinder werden Menschen bezeichnet, die mit Cyberdevices am eigenen Körper experimentieren und sich beispielsweise RFID-Chips implementieren.

Klingt spannend? In den nächsten Wochen und Monaten werden wir uns die Top-Trends für 2019 näher anschauen. Folgen Sie uns auf Facebook und​ Twitter und​ Sie bleiben immer up to date.

Titelbild: © solarseven/iStock
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