Diese fünf Trends sollte jeder kennen

Die Welt ist vernetzt, künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch und das Internet der Dinge längst Alltag. Was soll jetzt noch kommen? Jede Menge! Wir haben uns die wichtigsten IT-Trends des Jahres genauer angeschaut.

1. Digital Twins

In der Industrie sind die digitalen Zwillinge schon lange im Einsatz: Bei der Planung einer Maschine beispielsweise entwickeln Ingenieure ein virtuelles Software-Abbild gleich mit. Dabei geht es um mehr als ein 3D-Modell, das nett aussieht. Der digitale Zwilling ist mit seinem realen Gegenstück vernetzt, empfängt permanent Zustandsdaten und deckt so den kompletten Lebenszyklus eines Objekts ab. Auf diese Weise können Unternehmen ihre Geräte an neue Umgebungen und Aufgaben anpassen. Auch die Entwicklung von Prototypen entfällt, da Fehler direkt am virtuellen Modell analysiert und Lösungen erprobt werden. Der Durchbruch der Digital Twins steht mit der zunehmenden Digitalisierung aber noch bevor: So könnten beispielsweise in der Automobilbranche Kunden bald virtuelle Probefahrten durchführen. Der Digital Twin simuliert das Fahrverhalten, visualisiert über Virtual Reality. Neben Connected Cars und Industrie 4.0 sind auch Smart Home, Gesundheitswesen oder Smart City mögliche Einsatzgebiete mit großem Potenzial.

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2. Immersive Experience

Bei Videospielen sind virtuelle Realitäten längst ein großes Thema. Per Datenbrille tauchen Spieler in 3D-Welten ein, in denen sie sich frei bewegen können. Wirklich immersiv wird die Erfahrung aber erst, wenn der Nutzer die virtuelle Umgebung manipulieren kann – und nicht nur sehen und hören, sondern auch fühlen. Realitätsnahe Erfahrungen stimulieren dabei unsere Sinne, während der Nutzer mit digitalen und realen Objekten in Berührung tritt. Die künstlich geschaffenen Welten schaffen ganz neue Möglichkeiten: In Videokonferenzen der Zukunft werden die Gesprächspartner lebensgroß und in 3D übertragen – fast wie eine reale Gesprächssituation. Beim Online-Shopping probieren Kunden an einem lebensechten Avatar neue Kleidungsstücke an. Auch im Gesundheitswesen finden sich zahlreiche Einsatzgebiete: Chirurgen könnten in Simulationen ganz gefahrlos schwierige Operationen unter Realbedingungen üben.

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3. Intelligent Things

Was wir heute als „smart“ bezeichnen, verdient diesen Begriff oft nicht. Oder würden Sie Ihr Smartphone als intelligent bezeichnen? Klar, es besitzt viele Fähigkeiten, die unser alltägliches Leben erleichtern: Wir sind damit vernetzt, hören Musik, kommunizieren, lassen uns im Straßenverkehr den Weg weisen oder den Terminkalender verwalten. Aber für all das müssen wir selbst etwas tun – wir bedienen das Gerät. Ein intelligentes Smartphone steuert sich teilweise selbst und lernt beispielsweise, in welchen Situationen der Anwender WLAN oder GPS benötigt.

Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning erhalten Objekte zunehmend die Fähigkeit zu „denken“ und sich an das Verhalten ihres Nutzers anzupassen. Die Intelligent Things handeln nicht mehr nur nach einer starren Programmierung, sondern übernehmen autonom Prozesse. Die Einsatzgebiete sind zahlreich, nicht nur im Internet der Dinge: Selbst-lenkende Staubsauger, autonome Erntemaschinen, smarte Gesundheitsmonitore oder selbstfahrende Autos sind bereits Realität. Auch die Vernetzung der Gegenstände wird in Zukunft zunehmen. Ein einfaches Szenario ist die Kommunikation zwischen Smartphone und Auto. Beim Einsteigen schalten sich automatisch Bluetooth und Soundanlage an und der Fahrer hört ohne weitere Bedienung seine Lieblingsmusik.

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4. CARTA – Continuous Adaptive Risk and Trust Management

Cybersecurity bleibt das Hot Topic der IT-Branche. Doch neben der steigenden Anzahl an Cyberattacken von außen nimmt auch die Zahl interner Risiken zu. Tatsächlich besteht ein Großteil der Datenverstöße aus Insider-Missbrauch oder menschlichem Fehlverhalten. Nehmen wir also an, ein Mitarbeiter wird von der Konkurrenz angeworben und gleich noch darauf angesetzt, beim alten Arbeitgeber sensible Daten zu stehlen. Wenn das Identitätsmanagement ihm diesen Zugang gewährt, hat er leichtes Spiel. Und hier setzt CARTA an: Der Ansatz bietet eine kontinuierliche Risiko- und Vertrauensbewertung (Continuous Adaptive Risk and Trust Assessment). Dabei werden in Echtzeit Entscheidungen getroffen, die Risiko und Vertrauen in Bezug auf den Benutzer und den Zugriffspunkt bewerten. Dies kann beispielsweise der Ort des Zugriffs oder die Uhrzeit sein. Ob ein Nutzer Zugang erhält, hängt also vom Kontext ab und basiert auf der Benutzerhistorie. Dadurch wird nicht mehr nur zwischen genehmigten und nicht genehmigten Zugriffen unterschieden, sondern auch das Risiko von vertrauensvollen Nutzern, die plötzlich eine Gefahr darstellen, minimiert.

5. Edge Computing

Täglich steigt die Zahl der Geräte im Internet of Things und kontinuierlich werden enorme Datenmengen in die Cloud-Rechenzentren geschickt. Hohe Latenzzeiten und Verbindungsprobleme sind die Folge. Die Lösung ist Edge Computing, also Prozesse, Anwendungen, Daten und Services näher an die Quelle der Information zu verlagern. Berechnungen werden nicht mehr in der Cloud selbst durchgeführt, sondern an den Rand des Netzwerks ausgelagert. Autonome Fahrzeuge beispielsweise haben nicht die Zeit, um auf Antworten aus der Cloud zu warten. Bevor die ankommen, ist das Auto schon auf den Vordermann aufgefahren. Mit Edge Computing können Daten in Echtzeit verarbeitet und Wartezeiten bei der Übertragung vermieden werden. Dies hat auch sicherheitsrelevante Folgen, da die Geräte nicht konstant mit dem Internet verbunden sein müssen und so das Potenzial von Hackerangriffen gesenkt wird.

Klingt spannend? In den nächsten Wochen werden wir uns die fünf Top-Trends für 2018 näher anschauen. Folgen Sie uns auf Facebook und​ Twitter und​ Sie bleiben immer up to date.

Titelbild: © scyther5/shutterstock
Bild Digital Twins: © Rabbit_Photo/iStock
Bild Immersive Experience: © Natali_Mis/iStock
Bild Intelligent Things: © jxfzsy/iStock
Bild CARTA: © AmazingDream/iStock
Bild Edge Computing: © chombosan/iStock

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