„Die IT-Branche ist spannender als viele denken“

Bundeswehr und IT: Das klingt wie eine doppelte Männerdomäne. Dennoch sind bei der BWI, dem IT-Dienstleister von Bundeswehr und Bund, gleich zwei Frauen im obersten Management. Eine davon ist die 31-jährige Saskia Ringleff. Sie leitet seit Anfang 2017 den Geschäftsbereich Corporate Development & Services. Hier erzählt sie von ihrem Weg zur BWI.

„Angeblich sagte ich als Fünfjährige, dass ich mal Computerfachfrau werden wolle“, erzählt Saskia Ringleff. „Das hat sich aber schnell geändert. Ich bin auch heute noch keine IT-Spezialistin, auch wenn ich in einem IT-Unternehmen arbeite. Ich nutze sie zwar und bin fasziniert von den technischen Möglichkeiten, für die Details haben wir aber unsere Experten.“

Die gebürtige Hannoveranerin studierte Wirtschaftssinologie und im Zweitstudium International Management. Schon im und auch nach dem Studium suchte sie sich ein internationales Umfeld. So kam Ringleff nach einigen Zwischenstationen zu einem indischen IT-Dienstleister und vor zwei Jahren zur BWI. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mal bei einem Unternehmen des Bundes arbeiten würde und hatte dies auch nicht so auf meinem Karriereplan.“ Doch als sie sich das Unternehmen genauer angeschaut hatte, war sie überzeugt: Die BWI hat die Aufgabe, die Bundeswehr sowie weitere Bundesressorts und Behörden IT-seitig zu modernisieren und zu digitalisieren.

„Technik bestimmt einen sehr großen Anteil unseres Alltags und wurde über die letzten Jahre immer greifbarer“, sagt Ringleff. „Mit meiner jetzigen Tätigkeit kann ich nicht nur innerhalb des Unternehmens etwas bewegen, sondern sogar ein Beitrag leisten in der Gesellschaft. Der Gedanke gefällt mir.“

Jeder Tag ist anders

Saskia Ringleff leitet den Geschäftsbereich Corporate Development & Services. In ihrem Arbeitsalltag gleicht kein Tag dem anderen: Ihre Aufgabe ist es, die verschiedenen Einheiten der BWI zu beraten, Konzepte und Prozesse vorzudenken, die Unternehmensstrategie zu entwickeln und deren Umsetzung voran zu treiben. Dabei richtet sich ihre Arbeit und die ihres Teams nicht nur nach innen; als interner Ansprechpartner und Dienstleister für Themen wie Projekt-, Risiko-, Qualitäts- und Prozessmanagement etwa. Im Außenverhältnis gehört es zu ihren Aufgaben, die BWI, ihr Leitbild und ihre Leistungen über Kommunikation und Marketing zu präsentieren und mit der Strategie auf die Anforderungen der Stakeholder auszurichten.

„Mein Team und ich strukturieren komplexe Themen vor, setzen Standards und gestalten Prozesse. So können sich die Kollegen bei ihrer täglichen Arbeit auf ihr Fachgebiet konzentrieren“, sagt Ringleff. Als Glücksgriff in ihrer Karriere sieht sie heute ihre erste Stelle während des zweiten Studiums. Damals erarbeitete sie sich zügig die Leitung einer Stabsabteilung der T-Systems International GmbH. „In einer solchen Position lernt man, wie man mit komplexen Prozessen und Schnittstellen umgeht und hat Einblick in ein breites Themenspektrum. Ich lernte Unternehmensstrukturen kennen, habe verstanden, wie Entscheidungen getroffen werden und konnte viel von erfahrenen Managern lernen.“

„Bei Entscheidungen höre ich auf mein Bauchgefühl – aber nicht nur“

Begegnet Saskia Ringleff heute neuen Geschäftspartnern, sind diese oft etwas überrascht: „Ich passe wohl für einige im ersten Moment nicht in das Schema eines Mitglieds der Geschäftsleitung. Doch das hat auch seine Vorteile: Den ersten Eindruck kann man auch schnell wiederlegen. Ihre Position hat sie sich hart erarbeitet – mit einem sehr großen Leistungswillen, Flexibilität und der ständigen Überlegung, wo ihre Prioritäten liegen und was sie an sich und ihren Projekten noch verbessern könnte. Egal, ob Schule, Studium, Beruf oder Hobbys: Sie setzt sich immer konkrete Ziele. Bei Entscheidungen kombiniert sie ihr Bauchgefühl mit der scharfen Analyse ihrer Möglichkeiten. „Was kann ich, was will ich, was muss ich noch lernen und reicht das, um den Job gut zu machen?“, sagt Ringleff. „Genau das rate ich auch anderen jungen Talenten: Macht euch klar, was ihr könnt, geht selbstbewusst und motiviert an eure Aufgaben ran und setzt klare Prioritäten. Bleibt dabei flexibel, das ist im heutigen dynamischen Umfeld besonders wichtig. Mit einer großen Portion Disziplin und Willensstärke erreicht ihr eure Ziele.“

Foto: © BWI

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